AVWS bei Jugendlichen und Erwachsenen

Aus Kindern werden Jugendliche, und aus Jugendlichen werden Erwachsene. Aber was passiert mit den AVWS-Problemen? Es gibt Kinder, bei denen die Schwierigkeiten mit dem Verstehen gesprochener Sprache kleiner werden oder sogar ganz verschwinden. Aber oft verschwinden die Probleme mit dem Hören und Verstehen nicht.

Jugendliche mit AVWS stehen z.T. vor den gleichen Problemen wie Kinder mit AVWS. Auch die Jugendlichen

  • verstehen den Lehrer öfter nicht oder falsch,
  • bekommen vieles nicht mit, was gesprochen wird,
  • haben oft wenig oder kein Interesse an Musik und
  • haben Probleme mit dem Sprachverstehen in lauten und halligen Umgebungen.

Aber die Lebenswelt von Jugendlichen ist größer und vielfältiger als die von Kindern. Jugendliche sind nicht mehr vor allem in der Schule und bei der Familie, also in vertrauten Umgebungen bzw. bei Personen, denen sie gut bekannt sind. Jugendliche gehen in Sportvereine, treffen sich mit anderen Jugendlichen, gehen ins Kino und tanzen. Sie sind viel alleine unterwegs und haben mit unbekannten Menschen zu tun. Sie erlernen einen Beruf oder arbeiten. Manche beginnen ein Studium. In all diesen Lebensbereichen sind die AVWS immer mit dabei.

Hier kommen ein paar der häufigsten Probleme.

Bei Gesprächen:

  • Schwierigkeiten mit Telefongesprächen und dem Abhören von Anrufbeantwortern
  • Schwierigkeiten mit längeren Gesprächen
  • Schwierigkeiten mit Gesprächen, an denen mehr als 1 weitere Person beteiligt ist

In der Uni / Ausbildung / Schule:

  • Schwierigkeiten beim Mitschreiben in Vorlesungen oder im Unterricht
  • Schwierigkeiten, jemandem über längere Zeit zuzuhören und zu verstehen, was gesagt wurde
  • Schwierigkeiten, sich zu merken, was gesagt wurde
  • Probleme beim Lernen von Fremsprachen, aber auch beim Lernen von Fachbegriffen aus dem Unterricht oder Beruf

Jugendliche mit AVWS können also sogar mehr Probleme haben als Kinder, weil ihr Aktionsradius (ihre „Welt“) größer wird.

PS: AVWS bei Jugendlichen und Erwachsenen können auch „neu“ entstehen, z.B. durch Kopfverletzungen oder neurologische Krankheiten wie z.B. Multiple Sklerose. Auch das normale Altern kann die auditive Verarbeitung und Wahrnehmung verschlechtern.

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